Chapter 5
One the Move.
29.10.2026
Es klingelt….immer wieder…..immer lauter. Schon ein wenig störend so aus dem erholsamen Schlaf von so ganz unterschiedlichen Wecker geweckt zu werden, da man ja zu viert im Zimmer schläft. Vor allem nach so einen intensiven Trainingstag. Nun ja so ist das Leben auf Reisen mit der Crew. Lustig und anstrengend, aber immer wieder ein Highlight. So jetzt aber erst einmal Sachen packen und ja nichts vergessen (ob das funktioniert hat, keine Ahnung, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass irgendwo etwas liegen geblieben ist, bei den ganzen Chaoten hier). Auf dem Weg zum Hauptbahnhof der für uns immer noch völlig überdimensionalen riesigen Metropole, versperren wir mal wieder jegliche Weg in der U-Bahn. Aber alle nehmen es gelassen….scheint irgendwie auch zum Alltag in so einer Stadt dazuzugehören. Am ersten Stopp angelangt, müssen wir erst einmal wieder durch eine Sicherheitskontrolle…Koffer checken, Reisepass vorzeigen, Koffer aufmachen, alles auspacken, wieder einpacken. Wie am Flughafen. Nur ein wenig anders. Da nach keinen 50 Meter wieder eine Sicherheitskontrolle ist. Nochmal alles checken. Noch einmal alles vorzeigen. Nächster Stopp. Geschlossenes Areal, wie bei einen Gate beim Flughafen. Nur stossweise werden die Menschen zum Gleis heruntergelassen. Alles kontrolliert. Uff….anstrengend um ehrlich zu sein und der ein oder andere verliert hier schon einmal die Geduld und bekommt einen cholerischen Anfall (zum Glück ist Killian von unserer Crew nicht mit dabei…das wäre ein Spass gewesen). Der Zug sieht tatsächlich einen ICE aus Deutschland ganz ähnlich und hat, zu mindestens für unser Gefühl, ungefähr dieselbe Reisegeschwindigkeit. Können aber auch 800 Kilometer pro Stunde gewesen sein. Wer weiß dass hier alles schon ganz genau. Riesige Skylines und Plattenbauen ziehen langsam an uns vorbei und ich frage mich tatsächlich ob ganz China mittlerweile so aussieht. So langsam verblasst dann aber das riesige Großstadtgemenge und es kommen Felder, Berge und kleiner Häuser….dennoch alles dicht besiedelt. Nicht so wie bei uns in Deutschland, wo man das Gefühl hat, sobald man auf der Autobahn ist nur noch hügelige und grasbedeckte Landschaften zu sehen. Circa 2 Stunden dauert die Fahrt, die schnell vorbei zieht. Wir steigen an einen kleine Bahnhof aus (keine Angst….war mindestens so groß wie der Hauptbahnhof bei uns im heimischen Dresden) und das erste Gefühl macht sich breit, dass wir in einer viel kleineren „Stadt“ angekommen sind. Das Gefühl hielt jetzt aber nicht wirklich lange. Abgeholt wurden wir vom Team der Bomb Jam und in mehreren Autos in die Stadt zu unseren Hotel gebracht. Was ein Luxus und ein riesiges Danke dafür! Wir waren sehr sehr happy! Nach circa 10 Minuten Fahrtzeit, stellte sich das Gefühl in einer kleineren Stadt angekommen zu sein, aber schnell ein.
Es ist unglaublich wie groß die Gebäude sind. Wohnhäuser und Skylines bauten sich rapide vor unseren Augen auf, inmitten von kleinen Hügeln, die mit lauter Bäumen bedeckt sind. Auch hier ist es erstaunlich, wie sehr China Großstädte mit Natur vermischen kann. Am Hotel angekommen, frischen Espresso getrunken (man hat der geknallt…Herzfrequenz direkt auf 180), hat es uns dann doch erst einmal den Schuh ausgezogen. Ein wirklich richtig feines Hotel, mit wunderschönen, großräumigen 2 Bett Zimmern, luxuriös eingerichtet. Das hatten wir so gar nicht erwartet und sind dafür wirklich weitaus mehr als nur dankbar. Vor allem nach der Information, dass wir auf unseren nächsten Reisestopp hier in China gemütliche 8 Bett Zimmer haben werden. Also noch einmal so richtig genießen! Kurzer Mini Check unserer nahen Gegend ergab eine spannende Straße voller Food Stores und kleinen Geschäften. Neben gegrillten Insekten, gab es hier auch Skorpione und „Kellerasseln“....so sahen sie für mich auf jeden Fall aus, obwohl es wohl eher in die Richtung Raupen ging. Schmecken aber tatsächlich in die Geschmacksrichtung Chips….so die Aussage, nachdem natürlich wieder einige verlorenen Wetten eingelöst werden mussten. Nach dem Snack ist ja bekanntlich vor dem nächsten Training. Also ab zurück ins Hotel und dann wurden wir vom Orga Team zur hiesigen Trainingslocation gefahren. Warm machen, vielen Leuten die Hand schütteln (unglaublich wie viele Tänzer und vor allem junge hier mal wieder einmal waren) und dann mal schauen, was der müde Körper nach dem gestrigen Trainingstag noch abverlangt werden kann. Jede Menge auf jeden Fall, da man wieder einmal beindruckend gesehen hat, wie die Tänzer hier trainieren und mit was für einer Zielstrebigkeit. Den ein oder anderen Exchange gab es natürlich wieder und so ging es dann nach circa 2 Studen zurück ins Schlafgemach. Natürlich noch mit einen Boxen Stopp vorher auf unserer entdeckten Food Straße. Chinesisches Barbecue stand auf dem Plan, was bedeutete dass man sich ungeheuer viele Spieße ordern kann (neben Fleisch, sogar Kartoffeln, süßes Brot und Zucchini), was man auf den Tisch dann selber noch einmal über heißen Kohlen grillt. Frisch zubereitet sozusagen und ne deftige Sache. Obwohl man hier auch einmal ehrlich anmerken muss, dass man sich an das chinesische Essen gewöhnen muss. Die Hälfte von uns, rennt mittlerweile des Öfteren auf die Toilette und der Darm gibt einen immer wieder mal Signale, dass die deutsche Esskultur nun doch eine ganz andere ist. Auf dem Rückweg ins Hotel, scheinen uns die Lichter der verschiedene Hochhäuser ins Gesicht, die von oben bis unten mit LED Screens ausgestattet sind und in allen erdenklichen Farben und Bildern leuchten….was für eine Lichtershow. Was war noch einmal Las Vegas? Ich frage mich, wozu wir eigentlich Strom sparen in Deutschland….vielleicht weil hier alles dann wieder verpulvert wird. Unglaublich und nicht nachvollziehbar, wieviel Energie so eine Stadt kosten muss….aber scheinbar eine ganze Menge. Denn nach zwei Stunden sind dann immerhin die Skyline Lichtershows dann wieder ausgeschaltet….so wie wir. Denn wir liegen schon eine kleine Weile in unseren gemütlichen und komfortabel Hotelbetten und schlummern schon tief. Denn morgen geht die Bomb Jam los. Cyphern und Battles bis alles im Kopf mit Tanz ausgefüllt ist. Gute Nacht Xuzhou!